25 Jahre Babysitting-Vermittlung
Kinder in guten Händen
Im Juli 1983 wandte sich Frau Gröflin, Geschäftsleiterin
des SRK Basel, an die Absolventinnen des Babysitterkurses. Sie
informierte, dass eine Babysitter-Vermittlungsstelle am entstehen
sei, für die Babysitter gesucht würden. Frau Gröflin
hatte sowohl das Bedürfnis der Babysitter nach Einsätzen,
wie auch das Bedürfnis der Eltern nach unkomplizierten Kinderhüte-Angeboten
wahrgenommen und umgesetzt. Mitte August 1983 nahm der Babysitter
Vermittlungsdienst schliesslich seine Arbeit auf. Das Angebot lief
so gut, dass bereits im Februar 1984 erneut Babysitter gesucht
wurden.
Babysitterkurs für Jugendliche
Schon seit Jahren bot das SRK einen Babysitterkurs für Jugendliche
an, die so den Umgang mit Kindern lernen konnten. Natürlich
wollten die Absolventinnen des Kurses ihre erworbenen Kenntnisse
in die Tat umsetzen. Auf der anderen Seite standen die Eltern,
für die es eine Erleichterung war, so unkompliziert zu einem
ausgebildeten Babysitter zu kommen.
Ende 1983 wurden bereits 24 Babysitter bei 32 Familien eingesetzt.
Ein Jahr später waren bereits 86 Babysitter, davon 10 Jungs,
bei 141 Familien und betreuten deren Kinder.
Rasanter Anstieg
In diesem rasanten Tempo ging die Entwicklung auch in den Folgejahren
weiter. 1986 hatte Frau Gröflin eine weitere Idee, wie der
Babysitter-Vermittlungsdienst erweitert werden könnte. In
Deutschland bereits erfolgreich umgesetzt, führte sie beim
SRK Basel die sogenannten Leihomas und Leihopas ein. Schon auf
einen ersten Aufruf hin meldeten sich 21 Omas und Opas, die auch
sofort alle in Familien zum Einsatz kamen und quasi „fix“ dort
im Einsatz blieben.
Babysitterkurs für Erwachsenen
Die Idee der Leihomas und Leihopas beruhte auf dem Bedürfnis
der Eltern, ihre Kinder auch tagsüber babysitten zu lassen.
Diese Zeiten konnten von den Jugendlichen, die ja noch zur Schule
gingen, nicht abgedeckt werden. So kamen die Omas und Opas zum
Einsatz. Die Aktion hatte solchen Erfolg, dass das SRK Basel beschloss,
einen Babysitterkurs für Seniorinnen und Erwachsene anzubieten.
Auch diese Idee wurde von den Seniorinnen sehr gerne aufgenommen
und der Kurs wird bis heute erfolgreich angeboten.
Erste Bilanz in den 1990er Jahren
1990 nahmen 893 Familien die Dienste von 235 Babysittern in Anspruch.
24 Omas und Opas und 8 Erwachsene übernahmen gemeinsam mit
den Jugendlichen insgesamt 1193 Babysitting-Einsätze. Nach
sieben Jahren war die Zeit für eine erste Bilanz gekommen.
Eltern und Babysitter wurden befragt, wie gut das Angebot tatsächlich
den jeweiligen Bedürfnissen entsprach, oder ob allenfalls
Verbesserungen angebracht wären. Gefragt wurde auch nach
der Arbeit der Vermittlerinnen und den Kosten bzw. den Entschädigungen
für einen Einsatz. Die Eltern waren rundum zufrieden mit
dem Angebot. Vereinzelt wiesen Babysitter allerdings darauf hin,
dass Familien sich nicht an die vereinbarten Zeit und Bezahlung
hielten. Solche Rückmeldungen blieben jedoch die Ausnahme.
1995 – Peak erreicht
1995 standen 340 Babysitter für das SRK bei 1327 Familien
im Einsatz. Damit war ein Peak erreicht. Allerdings sind die statistischen
Zahlen dieser Jahre mit Vorsicht zu geniessen, weil sie anders
erfasst wurden als heute. Erst seit 2001 haben wir verlässliche
und auch vergleichbare Zahlen. Trotzdem lohnt sich ein Blick zurück
auf die Zahlen von 1995 bis heute. Die Anzahl der Babysitting-Einsätze
etwa schwankt zwar zwischen 1995 und heute, dies aber auf einem
sehr hohen Level von 1500 bis 2300 Einsätzen. 2003 wurde schliesslich
erneut eine Zufriedenheitsumfrage gemacht, die wie 13 Jahre zuvor
sehr positiv ausfiel.
Ein Gewinn für alle
Der Babysitter-Vermittlungsdienst ist für alle Beteiligten
eine Win-Win-Situation. Jugendliche Babysitter lernen im Kurs den
Umgang mit Kindern und können in der Praxis beim Babysitten
dieses theoretische Wissen verantwortungsvoll einbringen. Zudem
gibt es einen willkommenen
Zustupf ans Taschengeld. Die Seniorinnen, also Omas und Opas, und
auch die anderen erwachsenen Babysitter schätzen den Kontakt
zu den jüngeren und jüngsten Generationen sehr. Sie haben
so eine sinnvolle und bereichernde Aufgabe, die ihnen weit über
die Pensionierung hinaus Verantwortung und einen Platz in der Gesellschaft
gibt. Sie sitzen nicht länger alleine zu Hause, sondern man
findet sie in Parks und auf Spielplätzen mit den ihnen anvertrauten
Kindern. Natürlich gibt es auch für die Seniorinnen und
Senioren und Erwachsenen einen kleinen finanziellen Zustupf.
Auf der anderen Seite dieser Win-Win-Situation stehen die Eltern,
die unbesorgt mal frei von den Kindern nehmen können. Sie
wissen sie in guten Händen und können so den Ausgang
ins Kino oder zum Nachtessen geniessen.
Wohltuende Auszeit dank Babysitting
Heute, 25 Jahre nach der Einführung des Babysitter-Vermittlungsdienstes
sind 173 Babysitter, davon 10 Omas und Opas,
bei 589 Familien im Einsatz und leisteten im Jahre 2007 1554 Einsätze.
Die Nachfrage nach Babysittern ist immer noch da. Mit dem neuen
Babyboom in der Schweiz, den das Bundesamt für Statistik für
das Jahr 2007 festhält, wird das Angebot der Babysitter-Vermittlung
weiterhin aktuell bleiben. Kleine Zeitinseln sind nämlich
für Eltern auch und gerade in der heutigen Zeit eine wohltuende
Auszeit zu ihren familiären und beruflichen Verpflichtungen
Im August 2008
Barbara Bubendorf, Leiterin Bereich Entlastung beim SRK Basel
Statistiken zum Babysitter-Vermittlungsdienst

Das SRK Basel vermittelte 2007 199 Babysitter

589 Familien nahmen den Babysitter-Vermittlungsdienst in Anspruch.
1554 Einsätze wurden 2007 vom SRK an Familien vermittelt.
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