Jahresbericht 2023
Hintergründe, Zahlen und Fakten zur Arbeit des Roten Kreuzes Basel im Jahr 2023

«Helfen ist keine Frage» – so lautet die Kernbotschaft der neuen nationalen Rotkreuz-Kampagne. Wie selten bringt dieser Slogan die Grundhaltung unserer Arbeit auf den Punkt. Wenn ein Mensch Hilfe benötigt, wird geholfen – ohne Wenn und Aber.
Verglichen mit den Vorjahren erlebte das Rote Kreuz Basel ein verhältnismässig ruhiges Jahr. Aber verständlicherweise versuchen weiterhin viele Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten sich in Sicherheit zu bringen. Flüchtende, die Schutz in Europa suchen, sind die logische Konsequenz. Daher bildete der Einsatz für geflohene Menschen, die vorübergehend oder dauerhaft in Basel-Stadt bleiben dürfen, weiterhin eine zentrale Aufgabe des Roten Kreuzes Basel. Dank der Unterstützung von vielen Freiwilligen konnten wir diesen Menschen im Rahmen von 330 Tandems eine Eins-zu-eins-Begleitung bieten.
Eine besondere Freude ist es mir, rund 1200 neue Mitglieder bei uns begrüssen zu dürfen, die im Rahmen einer Mitgliederkampagne zu uns gestossen sind. Vielen Dank für diese Solidarität mit benachteiligten und bedürftigen Menschen in Basel-Stadt. Gefreut hat uns auch die rege Teilnahme an der Mitgliederversammlung im Mai, die im Zoologischen Garten stattfand. Aktive Mitglieder sind für uns eine wichtige Motivation.
Ein grosses Dankeschön geht ebenso an die Mitglieder des Vorstandes, an die Geschäftsleitung wie an alle Mitarbeitenden und Freiwilligen für die stete Einsatzbereitschaft – ohne Wenn und Aber.
Am 14. Februar 2023 verabschiedete der Vorstand die Strategie 2030. Darin ist die Marschrichtung des Roten Kreuzes Basel für die kommenden Jahre festgelegt. Ein wichtiger Baustein dieser Strategie ist das neue Geschäftsfeld Gesundheitsversorgung. Mit dem Ausbau der Spitex- und Hauswirtschaftsleistungen und der Weiterentwicklung unserer niederschwelligen Angebote für psychisch belastete Menschen mit Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund (SPIRIT) haben wir im vergangenen Jahr bereits ein grosses Stück des vorgegebenen Weges zurückgelegt.
Vor Herausforderungen stellten uns die Digitalisierung und der Datenschutz: Im Jahr 2023 haben wir uns sehr intensiv mit einer neuen IT-Lösung und den Anforderungen für den Schutz sensibler Personendaten befasst. Langfristige Vorarbeiten und zahlreiche interne Schulungen haben dazu beigetragen, dass wir rechtzeitig bereit waren für das revidierte Datenschutzgesetz und den Wechsel auf die neue Datenbank per Anfang 2024.
Zum Jahreswechsel erwarb das Rote Kreuz Basel für die Ambulante Wohnbegleitung (AWB) eine Liegenschaft in Kleinhüningen. In dieser können acht Klientinnen und Klienten in der Alltagsbewältigung sozialpädagogisch begleitet werden. Nicht selten haben Menschen mit psychischen Erkrankungen Schwierigkeiten, auf dem offenen Wohnungsmarkt eine passende Wohnung zu finden.
Ein besonderes Highlight des Jahres war die Podiumsdiskussion über Young Carers. Auf dem hochkarätig besetzten Podium sass auch der Fussball-Nationaltrainer Murat Yakin. Er berichtete unter anderem davon, wie es für ihn als Jugendlicher war, in der Familie früh grosse Verantwortung zu übernehmen. Ein herzliches Dankeschön geht diesbezüglich an den Lions Club Dorneck, der diesen Anlass mit vielfältiger Unterstützung möglich gemacht hat.
Das Schweizerische Rote Kreuz Kanton Basel-Stadt ist ein eigenständiger Verein und für die Finanzierung seiner Hilfsangebote selbst verantwortlich. Aufgrund der erforderlichen grösseren Investitionen in die digitale Infrastruktur schliessen wir das Geschäftsjahr mit einem Defizit ab. Ein umso grösseres Dankeschön geht darum an alle Stiftungen und Firmen, nicht zuletzt aber auch an unsere Mitglieder und Spender/-innen für die treue Unterstützung. Vielen Dank, dass Sie die Rotkreuzidee mittragen – vielen Dank auch im Namen aller Schutzsuchenden und Hilfsbedürftigen!
Young Carers
Im Jahr 2023 wurden knapp 50 Sensibilisierungs- und Weiterbildungsveranstaltungen durchgeführt. Ein Höhepunkt war die Veranstaltung mit Fussball-Nationalmannschafts-Trainer Murat Yakin als ehemaliger Young Carer auf dem Podium. Zudem trafen sich Young Carers zu acht sogenannten Get-togethers. Die Gruppe ist allerdings noch klein und weitere Young Carers können dazustossen. Im Jahr 2024 werden die Weiterbildung von Fachleuten, insbesondere aus dem Gesundheitsbereich, die Get-togethers sowie die Evaluation und die Sicherung der künftigen Finanzierung des Projekts im Zentrum der Projektarbeit stehen.
Blutspende
Im Projekt «Sensibilisierung und Motivation von Menschen mit Migrationshintergrund für die Blutspende» konnten im Jahr 2023 zwei wichtige Mitglieder aus Eritrea gewonnen werden. Beide erhielten eine Schulung durch das Blutspendezentrum. Die nationale Website www.supportyourcommunity.ch startete erfolgreich und die Kooperation mit dem eritreischen Medienbund wurde vertieft. Der Medienbund produzierte unter anderem Videoclips mit Interviews und Rollenspielen für die Website.
PM+/EASE (SPIRIT)
Im Rahmen des Projekts SPIRIT begann das Rote Kreuz Basel im Jahr 2023 mit der Umsetzung von niederschwelligen psychosozialen Interventionen in sieben Herkunftssprachen (Angebot PM+ für Erwachsene) respektive zwei Herkunftssprachen (Angebot EASE für Kinder/Jugendliche). Es wurden elf Interventionen erfolgreich durchgeführt, jedoch lagen die Anmeldungen unter den Erwartungen. Durch die Einführung von Farsi als achte Interventionssprache für PM+ und aufgrund kontinuierlicher Vernetzungsarbeit ist zu hoffen, dass die Zahl der Anmeldungen für beide Projekte im kommenden Jahr steigen wird.
Ambulante Grundpflege
Der im Jahr 2022 begonnene Aufbau der Voraussetzungen für die Erbringung von Grundpflegeleistungen wurde im Jahr 2023 weiter fortgeführt. Dazu gehörte insbesondere die Einführung der Spitex-Software Perigon mit der Nutzung der Dienst- und Einsatzplanung für alle Spitex-Dienstleistungen. Ein Schwerpunkt lag ebenfalls im Aufbau des Teams mit den benötigten Kompetenzen und der Bekanntmachung des Angebots bei zuweisenden Stellen und potenziellen Klientinnen und Klienten. Da das Angebot Hauswirtschaft eine unerwartet starke und dynamische Zunahme verzeichnete und somit stark administrative Ressourcen beanspruchte, konnten wir mit der Erbringung von Grundpflegeleistungen erst im Herbst 2023 beginnen. Bis Ende 2023 betreuen wir sieben Klientinnen und Klienten in der ambulanten Grundpflege mit 43 Pflegestunden und sieben Abklärungen.
Hauswirtschaft
Dieser Service bietet Unterstützung bei der Haushaltsführung, beim Reinigen, Einkaufen, Kochen, Wäschewaschen und weiteren hauswirtschaftlichen Tätigkeiten durch geschultes Personal. Ende 2022 eingeführt, entwickelte unser Angebot Hauswirtschaft im Jahr 2023 innerhalb kürzester Zeit eine starke Nachfrage und hat sich mittlerweile als festes Angebot im Kanton Basel-Stadt etabliert. Wir unterstützen sowohl betagte Personen als auch Familien, jüngere Menschen sowie Personen mit physischen und psychischen Erkrankungen. Im Jahr 2023 unterstützen wir mit diesem Angebot 73 Klientinnen und Klienten mit insgesamt 1’787 Stunden.
Betreuung
Das Angebot der Betreuung richtet sich an Menschen mit Unterstützungsbedarf im Alltag und bietet Handreichungen aller Art. Dazu gehört der gemeinsame Einkauf ebenso wie eine allfällige Begleitung zum Arzt oder gemeinsame Spaziergänge. Im Jahr 2023 wurde der Leistungskatalog von «Hilfe zu Hause» in den der Betreuung integriert. Somit können alle Kundinnen oder Kunden von den gleichen Hilfestellungen profitieren, unabhängig ihres Aktivitäts- oder Autonomiegrads. Die Betreuung durch ausgebildete Pflegehelfer und Pflegehelferinnen wurde im letzten Jahr 2023 von Klientinnen und Klienten mit insgesamt 826 Stunden genutzt.
Entlastung pflegender Angehöriger, inkl. Dementia Care
Mit dem Angebot «Entlastung pflegender Angehöriger» erhalten betreuende und pflegende Angehörige von Personen mit vielfältigen Krankheitsbildern inkl. Demenz die Möglichkeit, sich regelmässig eine Auszeit zu nehmen. Dies hilft Kraft zu tanken für die vielfältigen Anforderungen, die ein Alltag im Zusammenleben mit einem erkrankten Menschen mit sich bringt. Die komplexen Situationen verlangen ein hohes Mass an Flexibilität von allen Beteiligten. Darum ist es von grosser Bedeutung, wenn geschulte und erfahrene Mitarbeitende diese Aufgaben stellvertretend für die Angehörigen übernehmen können. Eine Anpassung der Mindestdauer eines Einsatzes im Jahr 2023 von zwei auf neu drei Stunden ermöglicht eine nachhaltigere Entlastung. Im Jahr 2023 ermöglichten wir 16 Klientinnen und Klienten eine Auszeit während 848 Stunden.
Notruf
Der Rotkreuz-Notruf ist ein wichtiges Angebot für gebrechliche und gesundheitlich gefährdete Personen. Die im Jahr 2021 eingeführten Notrufangebote «Basic», «Relax» und «Premium» wurden erfolgreich ausgebaut und am Markt etabliert. Das angestrebte Ziel, die Anzahl der Anschlüsse auch dieses Jahr zu erhöhen, wurde erreicht: Im Jahr 2023 standen 228 Neuanmeldungen 223 Kündigungen (Umzug in Alters- und Pflegeheime, Todesfälle o. Ä.) gegenüber. Seit August 2023 wird die Installation von Schlüsselsafes angeboten. In den ersten vier Monaten wurden 52 Safes installiert. Dieses Angebot stösst somit bei der Kundschaft auf grosses Interesse. So wird das Angebot «Alles aus einer Hand» schrittweise umgesetzt. Mit 98 % ist die Kundenzufriedenheit auch dieses Jahr wieder sehr hoch.
Fahrdienst
Der Rotkreuz-Fahrdienst ist ein etabliertes Angebot, welches von älteren, mobilitätseingeschränkten Menschen gerne genutzt wird. Insgesamt liessen sich im Jahr 2023 104 Klientinnen und Klienten von Freiwilligen zu unterschiedlichen Destinationen chauffieren – grossmehrheitlich sind dies Fahrten in der Stadt und Umgebung. Unsere 25 freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer bringen die Kundschaft sicher von der Haustür bis zu ihrem Ziel – bei Bedarf wird auch gewartet, um die älteren Menschen wieder nach Hause zu fahren. Gelegentlich werden aber auch weitere Distanzen zurückgelegt. Insgesamt fanden 1'591 Fahrten über eine Distanz von insgesamt 18'370 Kilometern statt. 100 % der befragten Kundinnen und Kunden würden diesen Dienst weiterempfehlen.
Besuchs- und Begleitdienst
Im Berichtsjahr war Einsamkeit ein häufiger Begleiter von alleinlebenden Personen im Pensionsalter. Um dem entgegenzuwirken, bildet der Besuchs- und Begleitdienst Tandems mit Freiwilligen und älteren Menschen. Das Angebot trägt zur Stärkung der psychischen und physischen Gesundheit der alleinlebenden Menschen bei – und beugt Vereinsamung vor. Die Personen entscheiden, wie sie die gemeinsame Zeit verbringen. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Dies kann z. B. Kaffeetrinken zu Hause oder ein Ausflug sein. Seit 2018 gibt es den Besuchs- und Begleitdienst auch als muttersprachliches Angebot. Im Jahr 2023 haben neben Treffen in Deutsch solche in Italienisch, Portugiesisch, Französisch und Spanisch stattgefunden. Die gegenwärtigen 23 Tandems haben im vergangenen Jahr gemeinsam 726 unterhaltsame Stunden verbracht.
Bedarfsanalyse
Bereits im Jahr 2022 wurde die Bedarfsanalyse als vorgeschaltete Dienstleistung eingeführt. Ziel ist es, betagte Kundinnen und Kunden ausgewählter Dienste jährlich zu kontaktieren, um ihren Unterstützungsbedarf und die Kundenzufriedenheit abzufragen. Im Jahr 2023 wurde dies weiter systematisiert. Insgesamt wurden 1123 Kundinnen und Kunden telefonisch befragt. Dies waren 869 Bestandskunden, 162 Neukunden und 92 Kunden von nicht-BSV-relevanten Dienstleistungen. Neben der Zufriedenheit wurde nach dem Allgemeinzustand (wie Wohn-/Gesundheitssituation) gefragt oder nach weiteren Bedürfnissen, welche vom Roten Kreuz und/oder Dritten erfüllt werden könnten.
Familienentlastung & Hütedienst für kranke Kinder
Auch im Berichtsjahr 2023 gab es Bedarf an Familienentlastung (FED) und Hütedienst für kranke Kinder (HKK) – wenn auch deutlich weniger als 2022. Im HKK waren die Mitarbeiterinnen bei 29 Familien mit 31 Kindern. Sie betreuten während 319.75 Stunden (299.25 h) kranke Kinder von berufstätigen Eltern.
Im FED entlasteten die Mitarbeiterinnen 37 Familien, welche durch eine vorübergehende Überlastungssituation, Krankheit oder einen Unfall Unterstützung bei der Kinderbetreuung benötigten. Dabei wurden 70 Kinder während 890.25 Stunden (1442) betreut.
Eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit steht für 2024 im Vordergrund – damit Familien die beiden Angebote nutzen, müssen sie darüber informiert sein.
Babysitting-Vermittlung
Auch im Jahr 2023 erfreute sich die Vermittlung von geschulten Babysitterinnen und -sittern grosser Beliebtheit. Dennoch gab es einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Nach dem Rekordjahr 2022 sank der Bedarf der Eltern um etwa 50 % – liegt aber immer noch deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Ein Grund für den Einbruch mag die allgemeine massive Steigerung der Lebenshaltungskosten für Familien gewesen sein. So konnten im Jahr 2023 nur 82 Neuanmeldungen erfasst werden. Insgesamt wurden 533 Einsätze verzeichnet und die Babysittenden haben dabei 1531 Stunden (2022: 3025, 2021: 1073) lang Kinder gehütet. Insgesamt nutzten 72 Babysitter/-innen das Vermittlungsangebot (2022: 73).
Bildungsangebote für Personen in der Pflege
Ein Meilenstein im Lehrgang «Pflegehelfende SRK» war die Einführung der digitalen Lernplattform «Moodle» als wichtige Online-Unterstützung zum Präsenzunterricht. Die Kursteilnehmenden schätzen am ergänzenden Angebot, dass die Lerninhalte stets zur Verfügung stehen. Dadurch können sie bei Bedarf ausgewählte Themen erneut individuell nachbearbeiten oder vertiefen. Dies trägt massgeblich zur effektiveren Nachbereitung des Unterrichts bei und schlägt sich in einem besseren Verständnis des vermittelten Fachwissens nieder. Lehrgangsteilnehmende, welche Deutsch nicht muttersprachlich sprechen, profitieren ganz besonders.
Es zeigte sich im Jahr 2023, dass die Lerninhalte für die digitale Stoffvermittlung didaktisch und methodisch angepasst werden müssen. Darum werden wir uns im kommenden Jahr verstärkt darauf fokussieren, die Lernmaterialien und -aktivitäten für «Moodle» zu adaptieren. Dadurch soll eine noch intensivere Lernerfahrung ermöglicht werden.
Bildungsangebote zu allgemeinen Gesundheitsthemen
Leider stagniert seit einigen Jahren die Nachfrage nach den thematisch vertiefenden Gesundheitsweiterbildungen. Die Bemühungen, ein breites Spektrum an Kursen zu interessanten, aktuellen und insbesondere gesundheitsrelevanten Themen anzubieten, haben bislang nicht die gewünschte Resonanz erzeugt. Deshalb werden im kommenden Jahr die Kursausschreibungen vermehrt in Form von Einzelflyern aufgelegt und verteilt. Dies ermöglicht die gezielte Ansprache potenzieller Teilnehmerinnen und -nehmer.
Bildungsangebote für Eltern, Familien und Jugendliche
Die Babysitting-Kurse werden seit Jahren angeboten. Sie sind nach wie vor sehr beliebt und verzeichnen eine konstante, hohe Nachfrage. Bei den Jugendlichen stiess das neue Babysitting-Vertiefungsmodul «Erste Hilfe» auf erfreulich hohe Akzeptanz. Aufgrund des grossen Interesses und der ausschliesslich positiven Rückmeldungen wird das Modul im Jahr 2024 regulär ins Kursprogramm aufgenommen und regelmässig für die Absolventen des Babysitting-Kurses angeboten.
Bei (werdenden) Eltern stiess insbesondere der «Säuglingspflegekurs» auf reges Interesse. Die gestiegene Anzahl von Anfragen im Vergleich zum Vorjahr zeigt deutlich, dass der Wunsch nach fundiertem Wissen über die Säuglingspflege einem aktuellen Bedürfnis entspringt.
Drehkreuz (inkl. finanzielle Überbrückungshilfe)
Die Anlauf- und Beratungsstelle «Drehkreuz» wurde auch im Jahr 2023 von Personen unterschiedlichster Herkunft mit Anliegen zu einer breiten Palette an Themen aufgesucht. Viele Anfragen konnten direkt beantwortet werden, andere wurden an weitere Fachstellen triagiert. Die Abgabe der von Coop gespendeten Geschenkkarten für Personen aus der Ukraine wurde per 31. Dezember 2023 gestoppt. Die Konferenz der Geschäftsleitenden aller Rotkreuz-Kantonalverbände (KGL) bewilligte die Überführung der finanziellen Überbrückungshilfe SRK aus der Pilot- in die Projektphase. Die Herausforderung besteht nun in der langfristigen Finanzierung des wichtigen Angebotes.
Rotkreuz-Nähwelt
Die Rotkreuz-Nähwelt ist ein Angebot zur sozialen Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und/oder aus sozial-ökonomisch problematischen Verhältnissen. Mit den kombinierten niederschwelligen Angeboten Nähtreff und Nähatelier bietet die Rotkreuz-Nähwelt ein in Basel-Stadt einzigartiges Integrations-Angebot.
Das Ziel für das Jahr 2023 war, die Folgen der Corona-Pandemie vollständig zu überwinden und die Rotkreuz-Nähwelt als Treffpunkt zu reetablieren. Dazu wurden verschiedene Massnahmen ergriffen und die erreichten Fortschritte sind ermutigend: Sommeraktivitäten, Grillanlässe und monatliche Frauenfrühstücke trugen zum lebendigen sozialen Austausch bei. Ein herausragendes Ereignis war der Besuch einer Frauenärztin, die bedürftige Frauen in Gesundheitsfragen beriet. Insgesamt 588 Besucherinnen und Besucher verzeichnete der Nähtreff über das gesamte Jahr. Bei Gästen mit psychischen Beeinträchtigungen konnte im Jahresverlauf eine positive Steigerung des Glücksempfindens und der Selbstsicherheit beobachtet werden. Trotz dieser vielfältigen Bemühungen gelang es dennoch nicht, die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu erhöhen.
Im kommenden Jahr sollen die erfolgreichen Aktivitäten weitergeführt und zusätzliche Massnahmen zur Steigerung der Besuchenden-Zahlen ergriffen werden.
Begleitung von Menschen im Alltag
Eins zu Eins
Das Begleitungsprogramm «Eins zu Eins» fördert und vermittelt Tandems zwischen ansässigen Freiwilligen und Personen mit Flucht- oder Migrationshintergrund. Die Aktivitäten der Tandems zielen auf die sprachliche und soziale Integration sowie den gegenseitigen Austausch. Im Jahr 2023 wurden 305 Personen begleitet. Innerhalb des Programms gibt es ausserdem zwei Vertiefungsrichtungen.
Bei «Sprungbrett» befassten sich 33 Tandems insbesondere mit der beruflichen Integration. Die Themen umfassten sowohl die Lehrstellen-, Praktikums- oder Jobsuche als auch das Verfassen von Bewerbungen und die arbeitsmarktbezogene Deutschkonversation.
Im Rahmen von «Auf sicherem Boden» wurden 35 psychisch belastete Personen mit Fluchterfahrung parallel zu ihrer psychologischen Behandlung von speziell geschulten Freiwilligen bei alltäglichen Herausforderungen begleitet. «Auf sicherem Boden» verzeichnete im Jahr 2023 eine gesteigerte Nachfrage.
Freizeitgotte/-götti
Im Jahr 2023 unternahmen 19 Freizeitgotten und -göttis zusammen mit je einem Patenkind verschiedenste Ausflüge in der Region. Sie besuchten Museen, gingen ins Theater und nahmen an Aktivitäten wie dem Besuch eines Spielplatzes oder gemeinsamem Basteln und Malen teil. Der Besuch der Herbstmesse und der Fasnacht stellten jeweils Höhepunkte dar. Das im Jahr 2015 ins Leben gerufene Projekt ermöglicht fremdsprachigen Kindern mit Integrationsbedarf, sich zweimal pro Monat mit einer lokalen Bezugsperson zu treffen. Die Kinder können so spielerisch Deutsch lernen, die vielen Freizeitangebote in der Region kennenlernen und in ihrer Selbstständigkeit wachsen.
KOFFF – Koordinationsstelle Freiwillige für Flüchtlinge
Das Rote Kreuz Basel betreibt im Auftrag des Kantons Basel-Stadt die Koordinationsstelle Freiwillige für Flüchtlinge (KOFFF). Die Leistungsvereinbarung beinhaltet zwei Kernaufgaben:
- Die Förderung des Austauschs zwischen den privatrechtlichen und staatlichen Akteuren im Asyl- und Migrationsbereich.
- Die Rekrutierung, Betreuung und Vermittlung von Freiwilligen, die sich im Rahmen der Integration von geflüchteten oder asylsuchenden Personen engagieren möchten.
Die KOFFF begleitete im Jahr 2023 insgesamt 270 Integrationstandems, bestehend aus einer freiwilligen und einer begünstigten Person. Aus einigen Einzelbegleitungen entstehen Freundschaften, die lange über die sechs Monate Minimaldauer Bestand haben und nicht mehr von der KOFFF begleitet werden.
Für die Freiwilligen führte die KOFFF 11 Weiterbildungen und 2 Erfahrungsaustausche durch. Für den Austausch zwischen den Organisationen des Asyl- und Migrationsbereich wurden acht sogenannte Netzwerktreffen sowie diverse Weiterbildung für Mitarbeitende und Freiwillige der Organisationen veranstaltet. Ferner fand ein Vernetzungsevent mit 30 aktiv teilnehmenden Organisationen statt.
Digital im Alter
Bei «Digital im Alter» leiten junge Freiwillige Seniorinnen und Senioren im Umgang mit den unterschiedlichsten digitalen Geräten an. Die Zweier-Teams legen gemeinsam die individuellen Lernziele fest. Im Jahr 2023 trafen sich 20 Tandems regelmässig. Die Mehrzahl davon lief über die angestrebte Laufzeit von sechs Monaten weiter. Diese Entwicklung bestätigt, dass das Konzept der Tandems eine Bedarfslücke füllt. Durch viele mündliche Weiterempfehlungen ist die Nachfrage stark gestiegen. Eine aktuelle Herausforderung ist es, für das Projekt ausreichend Freiwillige zu engagieren, damit die Nachfrage gedeckt werden kann. Fürs Jahr 2024 beabsichtigen wir daher, im Programm «Digital im Alter» gezielt Werbung für Freiwilligeneinsätze zu schalten.
Freizeitgestaltung und Hausaufgabenhilfe für junge Migrantinnen und Migranten
Spielabende Theodor Herzl
Der Spielabend, welcher seit der Pandemie an Kontinuität verloren hatte, wurde im Jahr 2023 unregelmässiger durchgeführt als davor. Jeweils zweimal im Monat gestaltet eine Gruppe von drei bis fünf Freiwilligen des Jugendrotkreuzes am Freitagabend einen abwechslungsreichen Spielabend für eine Gruppe von vier bis 25 Kindern aus dem Iselin-Quartier (nahe der Burgfelder Grenze). Ziel des Angebotes ist es, eine sinnvolle Freizeitgestaltung für sozial benachteiligte Kinder im Primarschulalter zu ermöglichen sowie das Erlernen der deutschen Sprache spielerisch zu fördern. Insgesamt engagierten sich zwölf Freiwillige für das Projekt.
Spielabende im BAZ
Der Bund erlaubte es dem Jugendrotkreuz Basel seit dem Jahr 2022 nicht mehr, wöchentlich einen Spielabend für die Kinder im Bundesasylzentrum durchzuführen. Deshalb wurde dieses Angebot vorübergehend sistiert. Sobald der Bund seine Praxis ändert, werden sich die JRK-Freiwilligen erneut regelmässig für die geflüchteten Kinder im BAZ engagieren.
Aufgabenhilfe für Primarschülerinnen und -schüler im Gundeli und Hirzbrunnen
Die Aufgabenhilfe wird insgesamt dreimal pro Woche an zwei unterschiedlichen Standorten (Gundeldingen und Klybeck) durchgeführt. Im Jahr 2023 haben sich insgesamt 58 Freiwillige engagiert. Es ist die grösste Freiwilligengruppe im Jugendrotkreuz. Nach Abschluss des Schuljahres verliessen uns einige Kinder und überliessen ihren Platz den jüngeren Generationen. Die Nachfrage nach dem kostenfreien Angebot ist sehr gross, wie die lange Warteliste belegt.
Aufgabenhilfe und Einzelcoaching im Wohnheim für unbegleitete minderjährige Asylsuchende (WUMA)
Im Jahr 2023 begleiteten zehn Freiwillige junge asylsuchende Personen, die ohne Familie in die Schweiz gekommen sind. Im Eins-zu-eins-Coaching trafen sich sieben Freiwillige wöchentlich zum Erledigen der Hausaufgaben und zum Erlernen der deutschen Sprache. Manche Tandems unternehmen auch gemeinsam Freizeitaktivitäten, womit ein wertvoller Beitrag für die soziale Integration geleistet wird. Die Tandems werden zum Teil auch über die Volljährigkeit und den damit verbundenen Austritt aus dem Wohnheim weitergeführt. Die Jugendlichen können damit bei den Herausforderungen im Erwachsenenleben begleitet werden. Die zusätzlich angebotene Gruppenaufgabenhilfe fand ebenfalls wöchentlich statt und wurde von drei Freiwilligen geleitet.
Women Move & Meet
Das Integrationsprojekt «Women Move & Meet» startete im Oktober 2022 in Zusammenarbeit mit Gsünder Basel und ist ein Angebot für Frauen mit Migrations- oder Fluchthintergrund. Die Teilnehmerinnen treiben mit freiwilligen Frauen des Jugendrotkreuzes gemeinsam Sport und verbessern beim anschliessenden «Käffele» ihre Deutschkenntnisse. Um auch Müttern die Teilnahme zu ermöglichen, wird während der Sportstunde Kinderbetreuung angeboten. Im Jahr 2023 nahmen 37 Frauen aus rund 13 Nationen mit 23 Kindern am Angebot teil. Sie wurden dabei von 19 Freiwilligen angeleitet und betreut. Ein Höhepunkt im Jahr war der Credit Suisse Red Cross Youth Award, mit dem das Projekt geehrt wurde.
Jugendprojekt: Begegnungen gestalten und erleben
Das partizipativ erarbeitete Projekt «Begegnungen gestalten und erleben» startet im Juni 2023 mit der Idee, Events für geflüchtete Jugendliche zu organisieren. Das Ziel bestand darin, niederschwellig Anschluss zu Gleichaltrigen zu ermöglichen und Peer-Begegnungen zu schaffen. Nach vier Veranstaltungen musste festgestellt werden, dass die Zielgruppe nicht erreicht wird: Pro Event kamen nicht mehr als drei Personen. Daher wurde Ende August 2023 entschieden, das Projekt zu pausieren und nach einer Evaluation neu aufzugleisen. Zusammen mit einer Gruppe von Freiwilligen wurde das Konzept überarbeitet. Eine neue Kooperation mit dem Zentrum für Brückenangebote des Erziehungsdepartements Basel-Stadt als Projektpartner hilft den Zugang zur Zielgruppe zu öffnen. Im Januar 2024 fand der erste Event erfolgreich statt.
Kleider stärken Leute
Das Rote Kreuz Basel bietet in den beiden Secondhandläden begleitete Arbeitsplätze an. Dieses Inklusionsangebot richtet sich einerseits an Personen mit einer IV-Rente aufgrund einer psychischen Beeinträchtigung und andererseits an langzeitarbeitslose Menschen mit Sozialhilfeunterstützung.
Das Jahresziel einer hohen Auslastung der Einsatzplätze konnte aus verschiedenen Gründen nur teilweise erreicht werden. Erfreulich war die grosse Nachfrage nach begleiteten IV-Arbeitsplätzen im Kleiderladen im Gundeli. Mit rund 30 interessierten Personen wurden Abklärungsgespräche geführt, von denen in der Folge fünf Personen angestellt werden konnten, wobei nur zwei den Arbeitsanforderungen längerfristig zu genügen vermochten. Die Arbeit in den Kleiderläden ist für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung eher anspruchsvoll. Dennoch bietet sie im Vergleich zu anderen begleiteten Arbeitsprogrammen eine äusserst attraktive gesellschaftliche Teilhabe an. Damit die Teilhabe auch längerfristig gelingt, sind Anleitung und Begleitung durch die Rotkreuz-Mitarbeitenden von zentraler Bedeutung.
Im Team des Rotkreuzladens am Claraplatz, in welches Langzeiterwerbslose durch die Sozialhilfe des Kantons Basel-Stadt vermittelt werden, kam es im vergangenen Jahr zu Pensionierungen mehrerer langjähriger Mitarbeitenden. Da diese Abgänge nicht sofort ersetzt werden konnten, wurde das Ladenteam temporär mit Freiwilligen und Mitarbeitenden im Stundenlohn ergänzt.
Sozialeinsatz bei Menschen mit einer Behinderung, Samstagsclub und Disco für Menschen mit und ohne Behinderung
Junge Freiwillige des JRK trafen sich regelmässig mit Menschen mit einer Behinderung, um gemeinsam Zeit zu verbringen und Freizeitaktivitäten zu unternehmen. Sie besuchten unter anderem Theatervorführungen, unternahmen Spaziergänge, kochten gemeinsam oder genossen einen Kaffee bei anregenden Gesprächen. Das Ziel ist es, einer möglichen sozialen Isolierung entgegenzuwirken, Hemmschwellen abzubauen und gegenseitig bereichernde Begegnungen zu ermöglichen. Insgesamt trafen sich im Jahr 2023 fünf Tandems.
Zudem unterstützen acht JRK-Freiwillige den «Samstagsclub» von Insieme Basel. Sie begleiten das vielseitige Freizeitangebot für Menschen mit Behinderung, indem sie etwa Boccia spielen, Theater besuchen oder an Bastel- und Singnachmittagen teilnehmen.
Im Jahr 2023 öffnete auch die Disco für Menschen mit und ohne Behinderung wieder ihre Tore. Die vier Events wurden von der Vereinigung Cerebral Basel organisiert und es nahmen insgesamt 420 Besucher/-innen daran teil. Pro Abend standen jeweils zwischen fünf und neun junge Freiwillige des JRK hinter der Bar im Einsatz und stellten sicher, dass alle Tanzenden den ganzen Abend hindurch mit erfrischenden Getränken und Snacks versorgt waren.
«2 × Weihnachten»
Bei der 26. Ausgabe von «2 × Weihnachten» wurden schweizweit 54'050 Postpakete und 3400 Online-Pakete im Gesamtwert von 343'000 Franken gesammelt. Von den insgesamt 360 Tonnen Grundbedarfsartikel gingen im Jahr 2023 6,3 Tonnen an 1823 Menschen (in rund 400 Haushalten) im Kanton Basel-Stadt, die in grosser Armut leben. Die Unterstützung kam wiederum Alleinerziehenden, die kaum über die Runden kommen, pensionierten oder erwerbslosen Menschen, die in prekären Verhältnissen leben und sogenannten Working Poors zugute. Ein Teil der gespendeten Waren wurde ausserdem an soziale Basler Einrichtungen wie Suppenküchen und Notschlafstellen verteilt.
Die Abgabe der Produkte in Basel-Stadt fand am Mittwoch, 15. und Donnerstag, 16. März 2023 statt. Rund 25 Freiwillige hatten davor die En-gros-Lieferung der SRK-Logistik in Einkaufstaschen umgepackt. Die bezugsberechtigten Haushalte erhielten pro erwachsene Person oder für zwei Kinder je eine Tasche. Bereits zum dritten Mal stellte Swiss Life dem Roten Kreuz Basel für die Sortier- und Verteilarbeiten kostenlos eine Lagerhalle auf dem Klybeck-Areal zur Verfügung.
Kleiderabgabe
Die Kleiderabgabe im Klybeck unterstützt Bedürftige mit preisgünstiger Kleidung. Das Jahr 2023 war geprägt von Erfolg und positiven Veränderungen. Neben der Hilfe für Bedürftige lag der Fokus auf der Umsatzsteigerung und dem Beibehalten der guten Zusammenarbeit im Team mit Freiwilligen. Diese Massnahmen ermöglichten es dem Team, erfolgreich den Umsatz zu steigern, festigten die finanzielle Grundlage und verbesserten die Dienstleistungen.
Besonders erfolgreich war die zusätzliche Öffnung des Ladens und der Kleiderabgabe am Montagvormittag. Diese Zeiten verbesserten den Service und trugen zu gesteigerten Einnahmen bei. Die Synergie von Laden und Kleiderabgabe optimierte die Ressourcennutzung und erhöhte die Verfügbarkeit für Bedürftige.
Die Kooperation mit dem Secondhand-Laden im Gundeli spielte weiterhin eine zentrale Rolle. Die Vorselektion ermöglichte ein Angebot hochwertiger und saisonaler Kleidung.
Die Kleiderabgabe im Klybeck reflektiert ein erfolgreiches Jahr 2023. Gestiegene Einnahmen, erweiterte Öffnungszeiten und effiziente Ressourcennutzung ermöglichen weiterhin hochwertige Unterstützung für Bedürftige.
Wohnangebote
Wohnheim Birsbrugg
Die Birsbrugg ist ein Wohnheim für psychisch kranke Menschen.
Nachdem in den beiden Vorjahren die Auslastung des Wohnheims auf ungewöhnlich tiefe 93 % gesunken war, war fürs Jahr 2023 eine Steigerung geplant. Dies ist mit einer vollen Auslastung des bewilligten Kontingents (100 % IBB-Tage) mehr als gelungen. Bis auf wenige Tage im Jahr waren sämtliche Plätze in der Birsbrugg belegt. Stabile Betreuungsverhältnisse mit nur einem Bewohnerwechsel im Jahresverlauf waren für das erfreuliche Ergebnis verantwortlich. Regelmässige Anfragen durch die Sozialdienste von Kliniken oder Beiständen nach freien Plätzen in der Birsbrugg zeigen, dass begleitetes Wohnen in einem stationären Rahmen einem zeitlosen Bedürfnis entspricht. Stabilität und Sicherheit durch Unterstützung und Begleitung in einem stationären Umfeld ermöglichen auch Menschen mit einem chronifizierten Krankheitsbild Teilhabechancen. Neben einem Angebot an regelmässigen Freizeitaktivitäten war ein organisiertes und begleitetes Wochenende mit Hotelübernachtung in der Bodenseeregion für die Bewohnerinnen und Bewohner ein besonderer Höhepunkt.
Ambulante Wohnbegleitung
Die Ambulante Wohnbegleitung blickt auf ein stabiles, aber intensives Jahr zurück. Wie im Vorjahr wurden durch das Team 31 Personen mit einer psychischen Beeinträchtigung mit alltagsorientierter Begleitung unterstützt. Mit nur einem Neueintritt sowie einer verstorbenen Person war die Fluktuation gering. Die Unterstützungsleistungen orientierten sich am individuellen Bedarf der begleiteten Personen in zentralen Bereichen wie Wohnen, Finanzen, Arbeitsleben, Freizeitgestaltung und soziales Leben. Regelmässige Gespräche, Wohnungsbesuche und lebenspraktische Hilfen durch die Mitarbeitenden ermöglichen ein selbstständiges Leben in der eigenen Wohnung. Intensiv war im vergangenen Jahr die Begleitung einiger weniger Klienten mit besonders herausfordernden Verhaltensweisen. Zusätzlich benötigten die begleiteten Menschen vermehrt Unterstützung bei der Bewältigung von Erkrankungen und gesundheitlichen Schwierigkeiten. Sehr geschätzt und ein Beispiel gelebter Teilhabe war auch dieses Jahr das gemeinsame Weihnachtsessen in einem Quartierrestaurant. Erwähnenswert ist auch die erfolgreiche Arbeit mit der Anfang Jahr neu installierten Klientendokumentations-Software «redline», welche die erbrachten Begleitungs-Leistungen einwandfrei abbildet.
Laden Claraplatz
Im Jahr 2022 erwirtschaftete der Secondhand-Laden im Clara-Huus zum ersten Mal einen positiven Ertrag. Entsprechend startete der Verkauf im Jahr 2023 mit weiterhin sehr erfreulichen Umsatzzahlen. Nachdem die Feuerpolizei jedoch im ganzen Einkaufszentrum mehrere Massnahmen zur besseren Sicht- und Erreichbarkeit der Fluchtwege verfügt hatte, brachen in der zweiten Jahreshälfte die Umsatzzahlen aller betroffenen Geschäfte drastisch ein – dazu gehörte auch der Rotkreuzladen. Ergriffene punktuelle Massnahmen zur erneuten Steigerung der Sichtbarkeit zeigen leider bisher nicht die gewünschte Wirkung. Aufgrund dieser negativen Entwicklung wurde der Mietvertrag – welcher im Juni 2025 ausläuft – vonseiten des Roten Kreuzes nicht verlängert. Zurzeit werden alternative Ladenstandorte geprüft.
Laden Gundeli
Das Jahr 2022 war für den Secondhand-Kleiderladen beim Tell-Platz ein Rekord-Jahr. Im vergangenen Jahr konnte nicht mehr ganz an die Vorjahreszahlen angeknüpft werden. Dennoch erwirtschaftete das Laden-Team das zweitbeste Resultat seit Messbeginn.
Zur Steigerung der Qualität der gespendeten Kleider wurden erstmals zwei Strassensammlungen durchgeführt. Die Resultate der Sammlungen waren unterschiedlich und gaben Aufschluss darauf, wie, wann und wo Strassensammlungen erfolgreich durchgeführt werden können. Fürs Jahr 2024 sind darum wieder Strassensammlungen geplant.
Herbstmessestand
Der Rotkreuz-Kleiderstand an der Basler Herbstmesse auf dem Petersplatz gehört seit vielen Jahren zum Inventar. Viele Menschen nutzen die Gelegenheit, sich mit hochwertiger Winterkleidung und -accessoires aus zweiter Hand auszustatten. Im Jahr 2023 erwirtschaftete der Stand, wie der Laden im Gundeli, das zweitbeste Umsatzergebnis aller Zeiten. Damit trägt der Kleiderverkauf an der Messe entscheidend dazu bei, soziale Projekte des Roten Kreuzes Basel zu finanzieren.
Das Engagement der insgesamt 733 Freiwilligen im Jahr 2023 trägt das Rote Kreuz Basel. Die Arbeit an der Basis, in zahlreichen Projekten, Tandems und Läden kommt unzähligen Menschen in Basel, Bettingen und Riehen zugute. Für die Freiwilligen ist Helfen keine Frage.
Das Jugendrotkreuz betont die bedeutende Rolle der Freiwilligenarbeit junger Menschen besonders. Die Partizipation der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist nicht nur auf projektbasierte Einsätze beschränkt, sondern erstreckt sich auch auf die organisatorische Ebene. Die Struktur des Jugendrotkreuzes bietet flächendeckende Unterstützung und fördert die Selbstorganisation der jungen Freiwilligen.
Entsprechend dem Auftrag des Jugendrotkreuzes, der nicht nur die Bereitstellung von Bildungsangeboten, sondern auch die Schaffung einer starken Gemeinschaft umfasst, ermöglicht das Rote Kreuz Basel jungen Menschen, sich aktiv einzubringen und selbstbestimmt zu agieren. Hierbei spielt die Selbstorganisation eine zentrale Rolle, um Kinder und Jugendliche als aktive Gestaltende ihrer Gemeinschaft zu stärken. Die Förderung von Selbstwirksamkeit und der Aufbau von Selbstvertrauen stehen im Fokus, damit junge Menschen wertvolle Erfahrungen sammeln und sich als Teil einer engagierten Gemeinschaft begreifen können. Die Arbeit des Jugendrotkreuzes Basel trägt dazu bei, dass junge Menschen nicht nur persönlich wachsen, sondern auch einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft ausüben können.
Instagram-Gruppe
Soziale Medien sind zentrale Informations- und Kommunikationskanäle von jungen Menschen. Daher ist das Jugendrotkreuz Basel auf Instagram vertreten und bewirbt dort regelmässig seine Projekte und aktuellen Aktionen. Der JRK-Account wird von einer Gruppe Freiwilligen bewirtschaftet. Die im Jahr 2023 erstellten Posts und Storys zeigen die Diversität der Projekte und basieren auf den sieben Rotkreuzgrundsätzen. Für 2024 soll die Reichweite mit Hilfe eines neuen Kommunikationskonzepts ausgebaut werden.
Eventgruppe
Die Mitglieder der Eventgruppe engagierten sich quartalsweise und planten Socializing-Events für alle JRK-Freiwilligen. Events wie der Silvester-Apéro, das Sommerfest oder der Bowling-Abend ermöglichten den Freiwilligen, Personen aus anderen Projekten kennenzulernen. Das gemeinsame Vergnügen ist zudem eine Geste der Wertschätzung für die unzähligen ehrenamtlichen Einsätze der JRK-Freiwilligen.
Kerngruppe
Pro Projekt gab es jeweils eine freiwillige delegierte Person, die sich in der Kerngruppe des Jugendrotkreuzes Basel engagierte. Die Kerngruppe traf sich, um die Jahresplanung und laufende Aktivitäten zu besprechen und dem JRK-Team die jeweiligen Anliegen vorzubringen.
Red Cross Club
Der Red Cross Club wurde von einer Gruppe Schülerinnen und Schülern der International School Basel (ISB) initiiert, um das Jugendrotkreuz im Spendensammeln zu unterstützen. Die Mitglieder treffen sich einmal pro Woche, um Spendenaktionen zu planen und zu realisieren. Im Jahr 2023 organisierten sie unter anderem einen Thrift Shop (Gebrauchtwarenladen, dessen Umsatz für wohltätige Zwecke bestimmt ist), einen Photobooth an der Halloween-Night und mehrere Kuchenverkäufe. Sämtliche Erlöse aus den Aktionen flossen in die Projekte des Jugendrotkreuzes.
Vorstand
Präsident
- Prof. Dr. med. Christian Ludwig
Kassier
- Fabrizio Di Bauda
Weitere Mitglieder
- lic. jur. Danielle Breitenbücher
- Duygu Kahraman, Vertretung JRK
- Dipl. Geograf, Yves Laukemann
- Dipl. Arch. ETH Urs Tschan
- lic. iur. Christian Wyss
Geschäftsleiterin
- Dr. Sabine Siegrist
Ressortleitungen
- Claudia Dürig, Bildung
- Daniel Holler, Entlastung
- Andrea Rid, Integration & Freiwilligenarbeit
- Andrea Sogor, Finanzen & Dienste
- Stephan Wirthner, Wohnangebote & Soziales
Stabsstellen
- Martin Fux, ICT & Datenschutz
- Mathias Kippe, Kommunikation & Fundraising
- Uta Leatherbarrow, Spitex
- Dorotheé Lindeman, Personal