Jahresbericht 2025
Hintergründe, Zahlen und Fakten zur Arbeit des Roten Kreuzes Basel im Jahr 2025.

Das Jahr 2025 stand im Zeichen spürbarer gesellschaftlicher Veränderungen. Steigende Lebenshaltungskosten, zunehmende psychische Belastungen und wachsende Einsamkeit prägten den Alltag vieler Menschen in Basel-Stadt. Gleichzeitig zeigte sich eine grosse Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und Solidarität zu leben. In diesem Spannungsfeld leistete das Rote Kreuz Basel verlässlich und niederschwellig Unterstützung.
Unsere Mitglieder bilden dabei das Fundament des Vereins. Ihre Verbundenheit, ihre Beiträge und ihr Vertrauen ermöglichen Stabilität und Weiterentwicklung zugleich. Sie tragen die Idee des Roten Kreuzes in die Gesellschaft und stärken damit den sozialen Zusammenhalt im Kanton.
Besonders eindrücklich ist das Engagement der 718 Freiwilligen. Sie begleiten, fahren, beraten, unterrichten, organisieren und schenken Zeit. Ihr Einsatz schafft konkrete Entlastung im Alltag und eröffnet Begegnungen, die weit über materielle Hilfe hinausgehen. Gerade in einer Zeit zunehmender Individualisierung ist dieses freiwillige Mitwirken ein starkes Zeichen gelebter Mitmenschlichkeit.
Ein grosses Dankeschön geht an die Mitglieder des Vorstandes, an die Geschäftsleitung sowie an alle Mitarbeitenden und Freiwilligen für die anhaltende enorme Einsatzbereitschaft.
Das Jahr 2025 war für das Rote Kreuz Basel in organisatorischer Hinsicht anspruchsvoll und zugleich richtungsweisend. Das anhaltende Wachstum der vergangenen Jahre machte strukturelle Anpassungen notwendig. Der Vorstand entschied deshalb, die Geschäftsleitung zu erweitern und die Geschäftsordnung zu überarbeiten. Mit dem neuen Ressort «Business Services» wurden zentrale Querschnittsbereiche wie Finanzen, Personal, Liegenschaften sowie ICT und Datenschutz gebündelt. Ziel ist es, die Organisation langfristig tragfähig aufzustellen.
Parallel dazu beschäftigte uns die fortschreitende Digitalisierung. Der Einsatz von KI-basierten Anwendungen wurde in internen Formaten getestet und reflektiert. Die Rückmeldungen zeigten klar: Die Balance zwischen Effizienzgewinn und dem Erhalt persönlicher Nähe sind dabei zentral.
Auch in den Dienstleistungen erforderte die hohe Nachfrage eine sorgfältige Planung. In der Spitex, in Entlastungsangeboten sowie in Integrationsprojekten galt es, Qualität zu sichern, Personal zu gewinnen und Prozesse weiterzuentwickeln. Zugleich standen wir im Wettbewerb um Fachkräfte und freiwillig Engagierte. Eine strategische Weiterentwicklung der Freiwilligenarbeit sowie gezielte Rekrutierungsmassnahmen waren deshalb weitere zentrale Themen. Trotz aller Veränderungen bleibt unser Anspruch, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen und gleichzeitig flexibel auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren.
Das Schweizerische Rote Kreuz Kanton Basel-Stadt ist ein eigenständiger Verein und für die Finanzierung seiner Hilfsangebote selbst verantwortlich. Ein umso grösseres Dankeschön geht darum an alle Stiftungen und Firmen, nicht zuletzt aber auch an unsere Mitglieder und Spender/-innen für die treue und grosszügige Unterstützung.
Geschäftsleitung
In den vergangenen acht Jahren wuchs das Rote Kreuz Basel substanziell: Teilten sich 2016 alle Mitarbeitenden zusammen noch 36,6 Vollzeitstellen, waren es 2024 54,8. Dies entspricht einer Steigerung von 50 %. Dasselbe gilt für die Freiwilligenzahlen. Neben kleineren Entwicklungsschritten ist das Wachstum insbesondere auf die Übernahme der kantonalen Koordinationsstelle Freiwillige für Flüchtlinge (KOFFF) im Jahr 2019 und den Aufbau des Geschäftsfeldes «Gesundheitsversorgung» seit 2022 zurückzuführen.
Mit der Vergrösserung der Organisation wuchsen auch die Anforderungen an die Geschäftsleitung des Roten Kreuzes Basel. Deshalb beschloss der Vorstand im Frühling 2025, das Geschäftsleitungsgremium zu vergrössern und die Geschäftsordnung den neuen Gegebenheiten anzupassen. Im Weiteren wurde unter der Bezeichnung «Business Services» ein neues Ressort geschaffen. In diesem werden Finanz- und Personalwesen, die Liegenschaftsverwaltung und der Bereich ICT & Datenschutz zusammengefasst. Während sich die Besetzung der neuen Ressortleitung eher anspruchsvoll gestaltete, wurde die Geschäftsordnung hingegen im gesetzten Zeitrahmen ausgearbeitet. Das Leitungsgremium wird voraussichtlich im ersten Quartal 2026 komplementiert und seine Arbeit gemäss neuer Geschäftsordnung aufnehmen.
Künstliche Intelligenz
Mit der breiten Verfügbarkeit KI‑basierter Sprachmodelle stellte sich die Frage, in welcher Form diese Werkzeuge im Arbeitsalltag des Roten Kreuzes Basel sinnvoll eingesetzt werden sollen. Zur Entwicklung optimaler und praxisnaher Methoden fanden monatliche «KI‑Lunches» statt. Die Mitarbeitenden präsentierten dort konkrete Anwendungsbeispiele, diskutierten Erfahrungen und lernten voneinander.
Nach zwölf durchgeführten KI-Lunches folgte eine organisationsweite Befragung. Die Auswertung zeigte ein deutliches Bild: Viele Mitarbeitende nutzen KI bereits regelmässig, vorwiegend für Textarbeit, Recherche und Analysen. Gleichzeitig besteht ein ausgeprägtes Bedürfnis nach klaren Richtlinien, verständlichen Leitfäden und vertiefenden Schulungsangeboten. Diese werden im Jahr 2026 erarbeitet und bereitgestellt.
Besonders wichtig war den Mitarbeitenden, dass KI‑Sprachmodelle die tägliche Arbeit unterstützen und erleichtern, jedoch den persönlichen Kontakt und die Menschlichkeit nicht ersetzen.
Young Carers
Das Projekt «Young Carers» legte 2025 den Schwerpunkt auf Aufklärung und Vernetzung von Fachpersonen. Zwei gut besuchte Vernetzungsanlässe brachten Fachkräfte aus Bildung, Gesundheit und sozialer Arbeit zusammen. Neben dem Austausch über bestehende Angebote standen die gegenseitige Unterstützung in der Arbeit mit Young Carers sowie die Pflege wichtiger Schnittstellen im Zentrum.
Während 2024 die Sensibilisierung an Schulen dominierte, fokussierte das Projekt 2025 verstärkt auf das Gesundheitswesen, insbesondere Hausarztmedizin, Pädiatrie, Psychiatrie und Psychologie. Trotz herausfordernder Erreichbarkeit dieser Zielgruppen entstanden mehrere Inputreferate und Fachartikel. Die Sensibilisierung im Gesundheitswesen bleibt ein zentrales Thema und wird weitergeführt.
Blutspende
Das Projekt zielte darauf ab, Menschen mit Migrationshintergrund für die Bedeutung von Blutspenden zu sensibilisieren und deren Teilnahme zu fördern. 2025 intensivierte das Team die Zusammenarbeit mit Schlüsselpersonen, welche regelmässig Informationsveranstaltungen in Quartierzentren, Sprachcafés, Männertreffs oder Coiffeursalons organisierten. Mehrsprachige Flyer kamen an Firmenanlässen und in der mobilen Equipe zum Einsatz. Es konnte erfolgreich ein neues Netzwerk an Spendenden aufgebaut werden. Ende des Jahres fand das Projekt seinen planmässigen Abschluss.
Ambulante Grundpflege
Die Spitex des Roten Kreuzes Basel erbringt ambulante Grundpflegeleistungen gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG). Dazu zählen Körperpflege, An- und Auskleiden sowie das tägliche An- und Abziehen von Kompressionsstrümpfen. Der Ausbau der Grundpflegeleistungen – auch in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen – bildet einen zentralen Bestandteil der langfristigen Strategie zur Sicherung der Versorgung im Kanton Basel-Stadt. Im Berichtsjahr wurden bei 25 Klientinnen und Klienten insgesamt 1366 Pflegestunden geleistet.
Ein wichtiges Qualitätsmerkmal stellt die Pflege zu festen, an den Lebensrhythmus angepassten Einsatzzeiten und in möglichst konstanten Kleinteams dar. Eine geringe Fluktuation, kontinuierliche Weiterbildung sowie die Rekrutierung qualifizierter Fachpersonen stärken die Verlässlichkeit der Leistungen. Für 2026 standen der weitere Ausbau des Angebots, die Sicherung der Qualität sowie eine nachhaltige Stärkung des Teams im Fokus.
Hauswirtschaft
Die Nachfrage nach hauswirtschaftlichen Dienstleistungen blieb 2025 unverändert hoch. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Anzahl erbrachter Stunden erneut und erreichte insgesamt 6628 Einsatzstunden für 139 Haushalte. Das Angebot umfasst zentrale Alltagsleistungen wie Reinigungsarbeiten, Wäscheservice und Einkäufe, wodurch der Verbleib im vertrauten Zuhause erleichtert wird.
Besonderes Gewicht lag auf der Planung nach individuellen Wunschzeiten sowie dem Einsatz möglichst konstanter Betreuungsteams. Diese Kontinuität stärkt das Vertrauen, vereinfacht den Ablauf und trägt wesentlich zur hohen Zufriedenheit der Kundschaft bei.
Betreuung
Das Betreuungsangebot richtet sich an Menschen mit Unterstützungsbedarf im Alltag. Zu den Leistungen gehören Spaziergänge, Gespräche, Unterstützung bei der Tagesstruktur sowie die Begleitung zu Arzt- und Spitalterminen. Die Präsenz einer vertrauten Betreuungsperson erleichtert den Zugang zu medizinischen Angeboten und entlastet den Alltag. Häufig erfolgt die Betreuung in Kombination mit dem Fahrdienst, was den Ablauf zusätzlich vereinfacht.
Die Zahl der betreuten Personen blieb 2025 mit 39 Haushalten nahezu stabil, während der Zeitbedarf deutlich anstieg und insgesamt 1759 Betreuungsstunden erreichte. Wie in allen Spitex-Angeboten stand auch hier die Kontinuität im Zentrum: kleine, konstante Teams und Wunschzeiten bilden die Grundlage für ein verlässliches und bedürfnisorientiertes Angebot.
Entlastung pflegender Angehöriger, inkl. Dementia Care
Dieses Angebot unterstützt betreuende und pflegende Angehörige von Menschen mit verschiedenen Krankheitsbildern, insbesondere Demenz. Es ermöglicht Auszeiten, stärkende Erholungsphasen und eine Entlastung im anspruchsvollen Pflegealltag. Die Leistungen umfassen stundenweise Betreuung und fachkundige Begleitung zu Hause.
2025 nutzten Angehörige aus neun Familien das Angebot. Insgesamt entstanden 829 Entlastungsstunden – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr, während die Anzahl betreuter Familien nahezu gleich blieb. Dies zeigte, dass Familien, die das Angebot kannten, es intensiv nutzten und als wertvolle Unterstützung im Alltag erlebten. Für 2026 steht die stärkere Bekanntmachung im Vordergrund, damit mehr Familien frühzeitig Entlastung und Stabilität erhalten.
Kundenzentrierung
Das Projekt «Kundenzentrierung» verfolgt seit 2023 das Ziel, Strukturen stärker zu vernetzen und bisherige Silos aufzubrechen. Arbeitsprozesse sollten nicht länger nebeneinander verlaufen, sondern enger miteinander verzahnt sein. Der Fokus liegt darauf, sämtliche Angebote konsequent an den Bedürfnissen der Kundschaft auszurichten.
Im Zentrum steht das Prinzip «Alles aus einer Hand»: Nutzende mehrerer Angebote sollten künftig von einer persönlichen Ansprechperson betreut werden. Zur Ermittlung der tatsächlichen Bedürfnisse entstand 2025 eine umfassende Bedarfsanalyse, die sowohl Erwartungen als auch Unterstützungsbedarf über die bestehenden Angebote hinaus sichtbar machte. Die Erkenntnisse dienen als Grundlage für strukturelle und inhaltliche Weiterentwicklungen.
Notruf
Der Rotkreuz-Notruf bietet vorrangig älteren Menschen Sicherheit im Alltag. Die Abos «Basic», «Relax» und «Premium» blieben stabil nachgefragt. Das 2024 eingeführte System mit Sturzsensor und Spracherkennung etablierte sich und trug zur erhöhten Nutzung bei. 2025 entstanden 238 Neuanmeldungen – rund 50 mehr als im Vorjahr. Das ist der höchste Wert der letzten sechs Jahre. Gleichzeitig erfolgten 223 Kündigungen sowie 131 Installationen neuer Schlüsselsafes.
Alle verbliebenen 3G-Geräte wurden bis Ende des Jahres durch moderne 4G-Modelle ersetzt, da das 3G-Netz abgeschaltet wurde. Die Weiterempfehlungsrate von 97 % zeigt ein sehr hohes Vertrauen in das Angebot. Kundenaussagen wie «Der Notruf ist eine grosse Erleichterung für Angehörige und ein ausgezeichneter Schutz für den Kunden» unterstrichen die Bedeutung des Dienstes.
Fahrdienst
Der Rotkreuz-Fahrdienst unterstützt ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen mit sicheren Transporten von der Haustür zum Ziel und zurück. Insgesamt setzten sich 21 Freiwillige ein und warteten bei Bedarf während Terminen vor Ort. 2025 standen die Einführung der neuen Fahrdienst-App sowie die Anpassung der Preisstruktur im Vordergrund – beide Neuerungen fanden positive Resonanz.
Mit grossem Engagement legten die Freiwilligen 24 039,66 km in 1301 Einsätzen zurück (2024: 12 347 km, 1106 Einsätze). Durch den Wegfall mehrerer langjähriger Fahrerinnen und Fahrer liegt 2026 der Fokus darauf, neue Freiwillige zu gewinnen, um die Stabilität des Angebots zu sichern. Die Kundschaft zeigte sich durchweg dankbar und formulierte Rückmeldungen wie: «Fahrdienst ist ein super Angebot. Herzlichen Dank an alle Mitarbeitenden.»
Besuchs- und Begleitdienst
Einsamkeit stellt 2025 für viele ältere, alleinlebende Menschen weiterhin eine bedeutende Herausforderung dar. Der Besuchs- und Begleitdienst setzt hier an und vermittelt Tandems zwischen Freiwilligen und Teilnehmenden, um gemeinsame Zeit zu verbringen. Die Aktivitäten reichen vom Kaffee mit Kuchen bis zu aktiven Ausflügen.
Die Begegnungen fanden in zahlreichen Sprachen statt – darunter Deutsch, Italienisch, Portugiesisch, Französisch, Ukrainisch, Türkisch und Spanisch. Insgesamt waren 47 Freiwillige aktiv und leisteten 1358,60 Stunden Begleitungen, davon 715,10 Stunden regulär und 643,50 Stunden in einer Fremdsprache. Die Vielfalt und Kontinuität der Begegnungen trugen massgeblich zur sozialen Teilhabe der Teilnehmenden bei.
KBH: Familienentlastung & Hütedienst für kranke Kinder
Die Familienentlastung (FED) und der Hütedienst für kranke Kinder (HKK) blieben auch 2025 stark nachgefragt. Im HKK unterstützten Mitarbeitende 36 Familien und leisteten 391 Betreuungsstunden für erkrankte Kinder berufstätiger Eltern. Im FED begleiteten die Mitarbeitenden 45 Familien, die aufgrund von Krankheit, Überlastung oder Unfall Unterstützung benötigten. Insgesamt entstanden 1542 Entlastungsstunden, und 123 Kinder erhielten Betreuung und Unterstützung.
Beide Angebote wurden organisatorisch erfolgreich in die Spitex-Strukturen integriert. Die gestiegene Nachfrage konnte durch erweiterte Einsatzzeiten, flexiblere Notfalleinsätze sowie zusätzliche Wochenendunterstützung abgedeckt werden. Dank hohem Engagement des Teams musste keine Familie abgewiesen werden. Zuweisende Stellen und Familien gaben durchweg positive Rückmeldungen.
Babysitting-Vermittlung
Die Babysitting-Vermittlung blieb 2025 ein gefragtes Angebot, verzeichnete jedoch nach dem Rekordjahr 2022 erneut einen leichten Rückgang. Der Bedarf lag weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt, möglicherweise gedämpft durch steigende Lebenshaltungskosten. Im Berichtsjahr meldeten sich 44 neue Familien (2024: 73). Es entstanden 381 Einsätze mit insgesamt 1279,5 Stunden (2024: 1365 Stunden). Insgesamt nutzten 50 Babysittende und 62 Familien das Angebot.
Trotz rückläufiger Zahlen zeigte sich, dass die Vermittlung weiterhin eine wichtige Entlastung für Familien darstellt und eine zentrale Rolle in der Betreuung ausserhalb reglementierter Angebote einnimmt.
Bedarfsanalyse
Seit 2022 erfolgt jährlich eine telefonische Bedarfserhebung bei älteren Kundinnen und Kunden. 2025 wurden 914 Personen kontaktiert (595 Bestands-, 287 Neu- und 32 weitere Kundinnen und Kunden). Die Abklärungen dienen dazu, Zufriedenheit, Wohnsituation, gesundheitliche Lage und zusätzlichen Unterstützungsbedarf zu erfassen – auch über das eigene Leistungsangebot hinaus.
Diese vorgelagerte Dienstleistung ermöglicht ein genaues Bild der Bedürfnisse und trägt dazu bei, Angebote bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Ab 2026 wird diese Erhebung als «Situationsabklärung» weitergeführt.
Das Jahr 2025 brachte zahlreiche Neuerungen, bewährte Elemente, verschiedene Herausforderungen und viel Inspirierendes.
Ende Juni 2025 erfolgte ein bedeutender Leitungswechsel: Nach 35 Jahren engagierter Tätigkeit verliess die bisherige Leiterin Bildung das Schweizerische Rote Kreuz Basel. Die Position ging neu an eine Co-Leitung über, um gemeinsame Verantwortung und frische Impulse zu fördern.
Der Bildungsbereich bot weiterhin passgenaue Weiterbildungsmöglichkeiten an und richtete die Inhalte konsequent an den Bedürfnissen der Teilnehmenden aus. Angesichts zunehmender Konkurrenzangebote im regionalen Umfeld blieb es zentral, ein qualitativ hochwertiges, innovatives und zeitgemässes Bildungsangebot sicherzustellen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag 2025 auf der Weiterentwicklung digitaler Projekte, welche die bestehenden Angebote sinnvoll ergänzen und den Bildungsbereich zukunftsorientiert ausrichten.
Bildungsangebote für Personen in der Pflege
Ab März 2025 fanden die schriftlichen Abschlussprüfungen im PH-SRK-Lehrgang digital statt. Die digitale Form ermöglichte schnellere Auswertungen, eine vertraute Prüfungsumgebung dank Moodle sowie einen deutlich geringeren Korrekturaufwand. Dieser Schritt stellte einen wichtigen Meilenstein für moderne und effiziente Prozesse dar.
Parallel dazu begann im Herbst 2024 die umfassende Überarbeitung der Inhalte der Lernplattform. Ab August 2025 profitieren die Teilnehmenden von einer attraktiven, flexiblen Lernumgebung. Rückmeldungen aus Befragungen zeigten eine hohe Zufriedenheit. Die Weiterentwicklung der Plattform bleibt auch für 2026 geplant.
Das geplante Virtual-Reality-Projekt für den Unterricht der Pflegehelfenden liess sich 2025 noch nicht realisieren. Das Potenzial dieser Technologie für interaktives, praxisnahes Lernen bleibt jedoch hoch, weshalb die Umsetzung weiterhin vorgesehen ist.
Im Oktober 2025 startete die Überarbeitung der Angebote «Lernbegleitung» und «Deutsch für Pflegeberufe». Die neuen Lerngefässe sollen ab dem zweiten Quartal 2026 zur Verfügung stehen und praxisnah auf den Bedarf in der Pflege abgestimmt sein.
Bildungsangebote zu allgemeinen Gesundheitsthemen
Im September 2025 fand der Lehrgang «Palliative Care» nach einer längeren Pause wieder statt und stiess auf positive Resonanz. Für 2026 ist eine noch stärkere Ausrichtung an den Bedürfnissen der Teilnehmenden vorgesehen, um die Praxisrelevanz weiter zu erhöhen.
Bildungsangebote für Eltern, Familien und Jugendliche
Die Babysitting-Kurse für Jugendliche waren 2025 durchgehend gut besucht und oft vollständig ausgebucht. Zur Sicherung der Qualität und zur Stärkung der individuellen Betreuung wird die Gruppengrösse 2026 verkleinert, ergänzt durch zwei zusätzliche Kurse.
Das Jahr 2025 war geprägt von Innovation, Weiterentwicklung und strukturellen Veränderungen. Auch 2026 liegt der Fokus auf digitalen Lösungen, praxisnahen Lernmethoden und der stetigen Optimierung des.
Drehkreuz (inkl. finanzieller Überbrückungshilfe)
Das Drehkreuz bietet eine niedrigschwellige allgemeine Beratungsstelle und verschafft Menschen in schwierigen Lebenssituationen Orientierung im sozialen Angebot von Basel-Stadt. In akuten Notlagen gewährt die Stelle zudem finanzielle Unterstützung. Seit März 2024 ist die finanzielle Überbrückungshilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes ins Drehkreuz integriert, wodurch sämtliche Gesuche aus Basel-Stadt zentral durch das Rote Kreuz Basel bearbeitet werden.
Im Jahr 2025 erhielten 116 Personen aus 44 Haushalten finanzielle Unterstützung. Für 2026 steht das Sicherstellen der Abgabe von Einkaufsgutscheinen im Vordergrund, um in akuten Notlagen weiterhin gezielt entlasten zu können.
Mental Health (Transkulturelles Drehkreuz & «Auf sicherem Boden»)
Das Transkulturelle Drehkreuz stärkte 2025 die mentale Gesundheit von geflüchteten Menschen. Insgesamt entstanden 545 Beratungsstunden in Türkisch, Kurdisch, Arabisch, Tigrinisch, Farsi und Ukrainisch. Rund 200 Personen nutzten dieses Angebot. Für Geflüchtete aus der Ukraine wurden Gruppen zur Stressreduktion – unter anderem Malen und Yoga – weitergeführt und ausgebaut. Ab Oktober übernahmen Stundenmitarbeitende die Gruppenleitungen ergänzend zum Engagement von Freiwilligen; 16 Teilnehmende besuchten die Angebote regelmässig.
Neu entstand eine niedrigschwellige Unterstützung bei der Arbeitssuche. Ergänzend blieb das Angebot «Auf sicherem Boden» bestehen, in dem 21 Tandems aktiv waren. Zudem entstand ein Leitfaden für Abklärungs- und Einführungsgespräche mit Freiwilligen, um die Qualität im Matching-Prozess zu erhöhen.
Schlüsselpersonen & Transkulturalität
Das Programm zielte 2025 darauf ab, die Angebote des Roten Kreuzes Basel für Menschen aus internationalen Communitys noch zugänglicher zu machen. Schlüsselpersonen wirken als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, sie erleichtern den Zugang zu verschiedenen Zielgruppen und steigern Reichweite und Niederschwelligkeit unterschiedlichster Angebote. 2025 wurden insgesamt 97 Kontakte geknüpft und 78 Arbeitsstunden geleistet.
Eng verknüpft war die Zusammenarbeit mit dem Bereich «Besuchs- & Begleitdienst Migration». Hier förderten 29 laufende Tandems soziale Teilhabe, stärkten Lebensqualität und reduzierten Isolation. Für 2026 liegt der Fokus darauf, zusätzliche Schlüsselpersonen zu gewinnen, um weitere Communitys gezielt anzusprechen.
Rotkreuz-Nähwelt
Die Rotkreuz-Nähwelt bietet einen niederschwelligen Treffpunkt für Menschen mit Migrationshintergrund sowie Personen in sozial oder psychisch belastenden Situationen. Sie ermöglicht Begegnung, Struktur und Unterstützung im Alltag und wirkt präventiv gegen Einsamkeit – ein zunehmend relevantes gesellschaftliches Thema.
2025 zählten wir 1216 Besuche von 381 Personen. Die Besucherinnen und Besucher nutzten den Treff zum Nähen und Stricken, für Beratungsgespräche oder als sicheren sozialen Raum. Die Nähwelt wurde von Personen mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen genutzt, darunter auch Menschen, die gezielt durch Fachstellen zugewiesen wurden.
Die hohen Besuchszahlen zeigen den wachsenden Bedarf an niederschwelligen Angeboten. Die Rotkreuz-Nähwelt etablierte sich 2025 erneut als wichtiger sozialer Ankerpunkt, der Gemeinschaft stärkt und Einsamkeit entgegenwirkt.
Begleitung von Menschen im Alltag
Eins zu Eins
Im Jahr 2025 standen sowohl die Anzahl interessierter Freiwilliger als auch die Qualität der Vermittlungen im Fokus. Parallel startete eine externe Evaluation des Projekts durch die Firma Interface.
Die Nachfrage war hoch: 170 Abklärungen führten zu zahlreichen neuen Vermittlungen. Insgesamt entstanden 91 neue Tandems – 15 mehr als im Vorjahr. Trotz intensiver Abklärungsarbeit erhielten bestehende Tandems eine kontinuierliche Begleitung, und Anliegen wurden zeitnah bearbeitet.
Ein besonderes Ereignis stellte ein Austauschtreffen für Tandems dar. Der Anlass förderte Gemeinschaftsgefühl, Erfahrungsaustausch und Verbundenheit – ein wichtiger Aspekt gerade bei Einzelbegleitungen. Für 2026 besteht das Ziel darin, die Anzahl der Neuvermittlungen stabil zu halten und das neue Austauschformat weiterzuführen.
Freizeitgotte/-götti
Im Jahr 2025 begleiteten rund 22 engagierte Freizeitgotten und -göttis ein bis zwei Kinder bei abwechslungsreichen Aktivitäten in Basel. Das seit 2015 bestehende Projekt ermöglicht Kindern mit Integrationsbedarf regelmässige Begegnungen im Zweiwochenrhythmus. Die Tandems erkundeten Museen, Spielplätze und Quartierangebote, besuchten Theaterstücke oder verbrachten Zeit beim gemeinsamen Basteln.
Die Aktivitäten orientieren sich an den Interessen der Kinder und ermöglichen ihnen, neue Orte kennenzulernen, Alltagssituationen zu üben und eigene Ideen einzubringen. Durch diese regelmässigen Treffen erweitern die Kinder spielerisch ihre Deutschkenntnisse, stärken ihr Selbstvertrauen und erfahren Selbstwirksamkeit.
Digital im Alter
Junge Freiwillige unterstützten 2025 Seniorinnen und Senioren beim Umgang mit Smartphone, Tablet und Computer. Das Angebot wuchs deutlich: 47 Tandems trafen sich regelmässig, darunter 26 Neuvermittlungen – nahezu doppelt so viele wie im Vorjahr. Dank gezielter Öffentlichkeitsarbeit meldeten sich zahlreiche neue Seniorinnen und Senioren an, von denen einige vorübergehend auf der Warteliste standen. Für 2026 ist geplant, zusätzliche Freiwillige zu gewinnen, um Wartezeiten zu verkürzen.
Freizeitgestaltung und Hausaufgabenhilfe für junge Migrantinnen und Migranten
Spielabende Theodor Herzl
Alle zwei Wochen organisierten Freiwillige nahe der Burgfelder Grenze Spielabende für sozial benachteiligte Kinder im Primarschulalter. Nach einigen personellen Wechseln bildete sich ein stabiles Kernteam aus 19 Freiwilligen. Rund 30 Kinder nahmen regelmässig an Bastel- und Spieleabenden teil.
Aufgabenhilfe für Primarschülerinnen und -schüler im Gundeli und Hirzbrunnen
Freiwillige des Jugendrotkreuzes führten 2025 dreimal pro Woche Aufgabenhilfe an zwei Standorten durch: im Rotkreuz-Haus im Gundeli sowie im Quartiertreffpunkt Klÿck in Kleinhüningen. Mit 36 Freiwilligen stellt das Angebot das grösste Gruppenprojekt des Jugendrotkreuzes dar. Insgesamt 33 Kinder nutzten die kostenlose Unterstützung regelmässig. Für 2026 besteht das Ziel darin, weitere Freiwillige zu gewinnen, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden.
Aufgabenhilfe und Einzelcoaching im Wohnheim für unbegleitete minderjährige Asylsuchende (WUMA)
Auch 2025 unterstützte das Jugendrotkreuz Basel jugendliche Asylsuchende bei schulischen und sprachlichen Herausforderungen. Eine Freiwilligengruppe bot wöchentliche Aufgabenhilfe direkt im Wohnheim WUMA an. Das parallel dazu angebotene Einzelcoaching wuchs deutlich: 20 Tandems – sieben mehr als im Vorjahr – vertieften Lerninhalte und schufen durch gemeinsame Freizeitaktivitäten integrativ wirkende Begegnungsmomente.
Women’s Move & Meet
Das Integrationsprojekt «Women’s Move & Meet» richtet sich an Frauen mit Integrationsbedarf – mit und ohne Kinder. Die Teilnehmenden betrieben gemeinsam Sport und verbesserten anschliessend beim «Käffele» ihre Deutschkenntnisse. 2025 übernahm das Quartierzentrum Iselin die Projektkoordination. Insgesamt nahmen 26 Frauen und 12 Kinder regelmässig teil.
Aus ressourcentechnischen Gründen und aufgrund sinkender Teilnehmerinnenzahlen musste der Projektpartner das Angebot im Sommer 2025 einstellen. Dennoch zeigte das Projekt, wie wertvoll niederschwellige Bewegungs- und Begegnungsangebote für Frauen in Integrationsprozessen sind.
Jugendprojekt – Begegnungen gestalten und erleben
Im Jugendprojekt organisierten 11 Freiwillige sowie eine Schulklasse des Zentrums für Brückenangebote verschiedene niederschwellige Freizeitaktivitäten für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund. Volleyballturniere, Picknicks im Park und kreative Workshops boten Raum für Begegnungen und Austausch. Nach einer Pause im Sommer 2024 startete das Projekt im März 2025 erfolgreich neu und führte zu einer stabilen Gruppe, die sich regelmässig trifft.
Engagement für Menschen mit Behinderungen
Samstagsclub
Im Jahr 2025 engagierten sich acht Freiwillige des Jugendrotkreuzes regelmässig im Samstagsclub von Insieme Basel. Einmal im Monat begleiteten sie dabei die Teilnehmenden bei abwechslungsreichen Freizeitaktivitäten. Dazu gehörten Bastelnachmittage, Ausflüge in die Region sowie Besuche im Zolli oder in Augusta Raurica. Die Freiwilligen schufen eine wertschätzende und offene Atmosphäre, die Raum für neue Erfahrungen und gemeinsame Erlebnisse bot.
Disco für Menschen mit und ohne Behinderung
Auch 2025 fanden vier gut besuchte inklusive Disco-Anlässe statt, organisiert von der Vereinigung Cerebral Basel. Insgesamt 16 Freiwillige des Jugendrotkreuzes unterstützten die Veranstaltungen. Sie bedienten an der Bar, sorgten für Snacks und ermöglichten unbeschwerte Tanzabende für Menschen mit und ohne Behinderung. Insgesamt besuchten 435 Personen diese Anlässe, die einen wichtigen Beitrag zu Begegnung, Teilhabe und Freizeitgestaltung leisteten.
KOFFF – Koordinationsstelle Freiwillige für Flüchtlinge
Im Auftrag des Kantons Basel-Stadt und der Christoph Merian Stiftung betreibt das Rote Kreuz Basel seit 2020 die «Koordinationsstelle Freiwillige für Flüchtlinge» (KOFFF). Diese fungiert als zentrale Anlaufstelle für freiwilliges Engagement im Flüchtlingsbereich und verantwortet in diesem Rahmen das Eins-zu-Eins-Programm (siehe oben).
Zusätzlich koordiniert die Stelle zivilgesellschaftliche Unterstützungsangebote im Migrations- und Asylbereich. Alle sechs bis acht Wochen fanden Netzwerktreffen statt, welche den fachlichen Austausch sowie die Vernetzung der beteiligten Organisationen förderten. Im Mai 2025 folgte der jährliche Netzwerkanlass mit Inputreferat und Apéro. Die Freiplatzaktion, das Solinetz und die HEKS-Beratungsstelle Asylsuchende (BAS) gaben Inputs zum Thema «Herausforderungen und Unterstützung von Sans-Papiers und Menschen mit N-Ausweis».
Die KOFFF organisiert im Weiteren Schulungen, Weiterbildungen und Supervisionen für Freiwillige des Roten Kreuzes Basel sowie für Personen im Netzwerk der KOFFF. Im Jahr 2025 wurden insgesamt neun Weiterbildungen und drei Austauschtreffen durchgeführt, die den Wissensaufbau, die Qualitätssicherung und die Stärkung der Freiwilligenarbeit unterstützten.
Kleider stärken Leute
Die beiden rotkreuz.fashion-Läden im Gundeli und im Matthäus bieten Menschen mit IV-Rente aufgrund psychischer Beeinträchtigungen sowie langzeitarbeitslosen Personen begleitete Arbeitsplätze, die Struktur, soziale Kontakte und Stärkung des Selbstwerts ermöglichen. 2025 blieb die Nachfrage nach diesen inklusiven Arbeitsplätzen zwar etwas geringer als im Vorjahr, dennoch erreichte die durchschnittliche Auslastung stabile 330 % (Kontingent: max. 390 %).
Positiv entwickelte sich die Zahl der Neuanmeldungen über das i-Job-Programm der Sozialhilfe Basel-Stadt, welche sich nach pandemiebedingtem Rückgang spürbar erholte. Zudem wurde – analog zum Bereich Wohnangebote – das Dokumentationssystem professionalisiert und mit der Software «Redline» datenschutzkonform eingeführt.
Ein zentrales Anliegen bleibt die Sicherstellung einer hohen Auslastung. Offene Stellen sollen zeitnah wiederbesetzt werden. Da die Arbeitsplätze eher höherschwellig sind und Stabilität sowie Belastbarkeit voraussetzen, gestaltete sich die Besetzung einzelner Positionen herausfordernd.
2 × Weihnachten
Bei der Aktion «2 × Weihnachten» wurden 1661 Pakete mit Artikeln des täglichen Bedarfs an armutsbetroffene Personen verteilt. Insgesamt profitierten 1971 Menschen aus 910 Haushalten. Die über 6,5 Tonnen Spenden wurden von 21 Freiwilligen sortiert, in Einkaufstaschen verpackt und an die ausgewiesenen Haushalte verteilt. Die jährlich stattfindende Aktion leistet einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Entlastung in den Wintermonaten.
Kleiderabgabe
Die Kleiderabgabe im Klybeck wurde 2025 räumlich und atmosphärisch weiterentwickelt. Der Laden erhielt eine neue Gestaltung sowie eine verbesserte Beleuchtung, um ein angenehmeres Einkaufserlebnis zu schaffen.
Das Ladenteam besteht aus zehn engagierten, freiwilligen Frauen sowie einer Leitungsperson im Stundenlohn. Die Zusammenarbeit zeichnete sich durch Verlässlichkeit, hohe Motivation und wertschätzenden Umgang aus. Die Kundschaft schätzte die persönliche Beratung und die sorgfältige Auswahl an Kleidungsstücken und besuchte den Laden regelmässig.
Die Kleiderabgabe ist ein Ort, an dem auch Menschen mit geringerem Einkommen hochwertige Secondhand-Mode zu symbolischen Preisen finden können. Die Kombination aus individuellen Kleidungsstücken, professioneller Beratung und respektvollem Umgang fördert Selbstwert und Würde beim Einkauf.
Wohnangebote
Wohnheim Birsbrugg
Das Wohnheim Birsbrugg bietet Menschen mit psychischer Erkrankung Sicherheit, Stabilität und Unterstützung in allen Lebensbereichen. Häufige Eintrittsgründe sind Vereinsamung, Isolation in der eigenen Wohnung, unregelmässige Medikamenteneinnahme und Verwahrlosungstendenzen. Im Wohnheim finden die Bewohnerinnen und Bewohner wieder Gemeinschaft und sinnstiftende Tätigkeiten, unter anderem durch das interne Beschäftigungsprogramm und Freizeitangebote.
2025 setzte das Team die dreijährige Zufriedenheitserhebung fort und leitete aus den bisherigen Ergebnissen konkrete Verbesserungsmassnahmen ab. Zudem überarbeitete eine Arbeitsgruppe das Raum- und Teilhabe-Konzept, welches Ziele und Wirkungen im Bereich der kompetenzorientierten Teilhabe definierte.
Ein besonderes Erfolgserlebnis stellte die Ablösung eines Bewohners aus der Trainingswohnung in eine eigene Wohnung dar – ein Beleg für die Durchlässigkeit des Angebots. Erstmals übernahmen sogenannte Springer alle Nachtdienste, was das Betreuungsteam entlastete und die Präsenz am Tag erhöhte. Die Jahresauslastung blieb hoch, das Wohnheim war nahezu vollständig belegt.
Ambulante Wohnbegleitung (AWB)
Das dreiköpfige Team der ambulanten Wohnbegleitung unterstützte 2025 insgesamt 34 Menschen mit Beeinträchtigung in ihrer eigenen Wohnung. Mit 180 Stellenprozenten in der direkten Klientenarbeit entstanden rund 2300 Stunden an individueller Unterstützung. Die Leistungen umfassten Wohnkompetenzförderung, psychosoziale Gespräche sowie administrative Unterstützung.
Die 34 Betreuungsverhältnisse betrafen 16 Frauen und 18 Männer, darunter fünf Personen über 65 und zwölf unter 50 Jahren. Besonders anspruchsvoll erwiesen sich Ein- und Austritte, unter anderem aufgrund administrativer Aufwände und notwendiger Wohnungsrennovationen. Vier Personen verliessen das Angebot: eine Person trat in ein Pflegeheim ein, eine weitere verzichtete auf die Begleitung, und zwei Begleitverhältnisse wurden aufgrund fehlender Kooperation beendet. Die freigewordenen Plätze konnten stets zeitnah wieder besetzt werden.
Die beiden Secondhand-Kleiderläden erhielten im Jahr 2025 einen neuen Namen und einen neuen visuellen Auftritt. Ziel des sog. Rebrandings war es, eine Markenwelt zu schaffen, die auf den ersten Blick erkennen lässt, dass es sich bei den Rotkreuzläden um Geschäfte mit qualitativ hochstehender Secondhand-Mode handelt. Mit dem Namen rotkreuz.fashion, der zugleich Internetdomain ist, und dem Zusatz «Mode aus zweiter Hand» wurde dies hervorragend umgesetzt. Parallel dazu wurden zusätzlich Massnahmen zur Kundenbindung, wie Rabattkarten und Gutscheine, lanciert.
Rotkreuz.fashion Matthäus
Mit der Schliessung des Ladenlokals am Claraplatz per Ende Mai 2025 erfolgte der vollständige Standortwechsel ins Matthäus. Parallel dazu entstand ein modernisiertes Ladenkonzept, das die Mode stärker in den Vordergrund stellt. Unter dem neuen Namen «rotkreuz.fashion Matthäus» wurde dies bereits im Auftritt sichtbar: Die überarbeiteten Schaufenster und die klare Beschriftung ermöglichten eine attraktive Präsentation des Sortiments und sprachen gezielt ein breites Publikum an.
Im Oktober erfolgte die offizielle Eröffnung des zuvor ein Jahr lang als Pop-up-Store betriebenen Standorts. Die hohe Besucherzahl beim Eröffnungsanlass bestätigte das grosse Interesse im Quartier. Kundenfrequenz und Umsatz stiegen seit dem Umzug deutlich an, was darauf hindeutete, dass viele Stammkundinnen und Stammkunden den neuen Standort aktiv nutzen. Für 2026 steht die stärkere Positionierung der Themen Nachhaltigkeit und Secondhand im Fokus – insbesondere mit Blick auf ein jüngeres Publikum.
Rotkreuz.fashion Gundeli
Der Rotkreuzladen im Rotkreuzhaus beim Tellplatz wurde Anfang 2025 einer sanften Renovation unterzogen. Das bis dahin zusammengewürfelte Ladenequipment wurde vereinheitlicht und modernisiert. Die Wände und die Ladentheke wurden neu in Weiss gestrichen und lassen den Laden viel heller und freundlicher wirken. Ein Bildschirm im Kassenbereich informiert die Kundschaft neu über Dienstleistungen des Roten Kreuzes Basel und über die Mode-Posts auf dem Instagram-Kanal «rotkreuz.fashion». Gleichzeitig mit dem rotkreuz.fashion Matthäus wurde aus dem ehemaligen Rotkreuzladen Gundel der «rotkreuz.fashion Gundeli».
Herbstmessestand
Auch im Jahr 2025 war der Rotkreuz-Kleiderstand auf der Basler Herbstmesse am Petersplatz vertreten. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, um nach besonderen Mode-Fundstücken und handgestrickter Kleidung zu stöbern.
Trotz einer ungewöhnlich hohen Zahl an Einsatz-Ausfällen lief alles reibungslos – nicht zuletzt dank der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Rotkreuzhaus, die spontan einsprangen und Schichten übernahmen.
Am letzten Messetag mit der üblichen 50-%-Rabattaktion wurde ein neuer Tagesumsatzrekord von CHF 10’599,30 erreicht, und auch der Gesamtumsatz der Messe übertraf alle bisherigen Ergebnisse: Mit erneutem Rekord in Folge von CHF 53’512,80 in 18 Tagen.
Auch im Jahr 2025 bildete das freiwillige Engagement eine wichtige Säule der Arbeit des Roten Kreuzes Basel. 716 Freiwillige engagierten sich in Projekten, Tandems, Läden und dem Fahrdienst sowie anderen Projekten und leisteten damit einen wesentlichen Beitrag zur Unterstützung benachteiligter Menschen im Kanton Basel-Stadt. Ihr Einsatz stärkt den sozialen Zusammenhalt in Basel-Stadt und ermöglicht konkrete Hilfe im Alltag.
Ein Schwerpunkt lag 2025 auf der Weiterentwicklung des Datenmanagements im Bereich Freiwilligenarbeit sowie auf der stärkeren Vernetzung mit relevanten Akteurinnen und Akteuren im Kanton Basel-Stadt. Ziel war es, die Freiwilligengewinnung strategisch auszurichten und vielfältige, passgenaue Engagement-Möglichkeiten zu entwickeln. Der Fokus erweiterte sich bewusst, um auch fremdsprachige Freiwillige, Corporate Volunteers und Personen ab 60 Jahren gezielt anzusprechen und stärker einzubinden.
Das Jugendrotkreuz Basel vertiefte 2025 den partizipativen Ansatz. Jugendliche und junge Erwachsene erhielten mehr Raum, eigene Ideen einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen aktiv mitzugestalten. Auf diese Weise sollen das Wirkungspotenzial der Angebote erhöht und die Selbstwirksamkeit junger Menschen gefördert werden. Der partizipative Ansatz soll auch in den kommenden Jahren weiter gestärkt werden, um Jugendliche nachhaltig als engagierte Mitglieder einer solidarischen Gemeinschaft zu begleiten.
Freiwilligenarbeit beim Jugendrotkreuz Basel
Instagram-Gruppe
Soziale Medien spielen im Alltag junger Menschen eine zentrale Rolle. Die vom Jugendrotkreuz geführte Instagram-Gruppe präsentierte regelmässig Inhalte zu Projekten, Aktionen und Veranstaltungen. Besonders Reels erzielten eine hohe Reichweite und positive Resonanz.
2025 entstanden ein neues Kommunikationskonzept sowie ein überarbeitetes Erscheinungsbild, um den Auftritt zu professionalisieren und die Attraktivität des Accounts weiter zu erhöhen. Die Social-Media-Arbeit stärkt Sichtbarkeit, Vernetzung und Wirkung des Jugendrotkreuzes.
Eventgruppe
Die Eventgruppe organisierte 2025 quartalsweise gesellige Zusammenkünfte für alle JRK-Freiwilligen. Ein Highlight stellte der Neujahrsevent in Form eines Spielabends dar. Zusätzlich fanden drei weitere Treffen statt: eine Yoga-Session im Park, ein Besuch im Adventure Room sowie ein «Sip & Paint»-Anlass (kreatives Malevent).
Diese Treffen boten Raum für Austausch, Anerkennung und Gemeinschaft und trugen wesentlich zur Stärkung der Bindung innerhalb des Freiwilligennetzwerks bei.
Red-Cross-Club
Der Red-Cross-Club der International School Basel führte sein Engagement auch 2025 fort. Die Mitglieder trafen sich wöchentlich im Rahmen des Stundenplans, um kreative Spendenaktionen zu planen und umzusetzen. Ein besonderer Höhepunkt war der «The Beauty and the Beast Sale», der gemeinsam mit den Klassen der Oberstufe durchgeführt wurde.
Vorstand
Präsident
- Prof. Dr. med. Christian Ludwig
Kassier
- Fabrizio Di Bauda
Weitere Mitglieder
- lic. jur. Danielle Breitenbücher
- Lily Frey, Vertretung JRK
- Dipl. Geograf, Yves Laukemann
- Dipl. Arch. ETH Urs Tschan
- lic. iur. Christian Wyss
Geschäftsführerin
- Dr. Sabine Siegrist
Ressortleitungen
- Gabriela Hofer & Seraina Sutter, Bildung
- Daniel Holler, Entlastung
- Andrea Rid, Integration & Freiwilligenarbeit
- Stephan Wirthner, Wohnangebote & Soziales
- N.N., Business Services
Stabsstellen
- Martin Fux, ICT & Datenschutz
- Mathias Kippe, Kommunikation & Fundraising
- Uta Leatherbarrow, Spitex